Heimatverein Angelbachtal e.V.
Rundgang jüdisches Leben in Eichtersheim
Bas Buch von Leonhard Dörfer „ Jüdisches Leben in Eichtersheim“
erschien vor 15 Jahren. Im Nachwort schrieb er: „Der Verfasser hofft, mit dieser Darstellung…. etwas Licht in das Dunkel jüdischer Vergangenheit gebracht und das Andenken an die über 170 Jahre hier lebenden Juden bewahrt zu haben.“
Der Rundgang führte zunächst zum jüdischen Friedhof, dessen Gelände 1844 gekauft wurde und in dem seit 1845 beerdigt wurde.
Jüdische Bürger aus Eichtersheim, Eschelbach und Tairnbach wurden hier begraben . Eine Vielzahl der Grabsteine ist noch gut erhalten und die Inschriften entzifferbar. Hingewiesen wurden die Teilnehmer auf die verschiedenen Symbole und Ergänzungen der hebräischen Worte durch Angaben in deutscher Schrift. Insbesondere wurde auf die Grabsteine von Josef Wertheimer und Robert Oberndörfer hingewiesen.
Der Rundgang führte weiter zu den noch bekannten Adressen der damaligen jüdischen Bewohner in der Nähe der ehemaligen Synagoge. Angaben zu den Bewohnern wurden dem Buch von Herrn Dörfer entnommen. Der Rundgang endete am Heckerplatz.
Untere Hauptstraße Eichtersheim im Jahr 1928
Der weiße Kreis weist auf nicht mehr vorhandene Häuser hin.
Mittelpunkt des jüdischen Lebens war die Synagoge in der Hauptstraße 39.
Die meisten jüdischen Häuser befanden sich direkt in der Hauptstraße oder in deren Nähe.
In der Schlossstrasse 8 wohnte Max Wertheimer, Zigarrenfabrikant und Synagogenrat.
In der Friedrich-Hecker-Straße 1 betrieb Robert Oberndörfer einen Großhandel mit Kurzwaren.
In der Kirchgasse 1 wohnte Leopold Metzger II, Metzgermeister und Kälbergroßhändler.
Im Haus Nr. 16 betrieb David Bloch die Gastwirtschaft „Zum Löwen“
Im Haus Nr. 38 hatte Gustav Traub einen Textilwarenhandel.
Zuvor verkaufte dort Jetty Kort „Kurz-,Woll- und Weißwaren“.
Im Haus Nr. 46 wohnte Leopold Metzger Jun. Sohn des Metzgermeisters Hermann Metzger. Ihm gehörte auch das Schlachthaus Nr. 57.
Im Haus Nr. 50 befand sich die jüdische Schule mit Lehrerwohnung, sowie das Frauenbad.
Im Haus Nr. 52 wohnte der Rechtsanwalt Josef Wertheimer, Kriegsteilnehmer und Offizier im Ersten Weltkrieg.
Im Haus Nr. 55 wohnte Moritz Sandler, er handelte mit Tierfellen.
Im Haus Nr. 59 wohnte Jakob Sternweiler, er war Hausierer und bot aus seinem Koffer Kurzwaren an.
Elisabeth Kern Waechter
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